Die GmbH light - 2013 geschaffen, 2014 ... nun doch kein Ende

Montag, 24. Februar 2014

Die GmbH light - 2013 geschaffen, 2014 ... nun doch kein Ende

Erst mit Juli 2013 wurde es aufgrund von diversen Gesetzesänderungen möglich, eine GmbH mit einem Mindeststammkapital von lediglich EUR 10.000 zu gründen. Damit wollte man Ein-Personen-Unternehmen den Zugang zur GmbH und den damit verbundenen Haftungsbeschränkungen ermöglichen. Gleichzeitig wurde die Mindestkörperschaftsteuer auf EUR 500 pro Jahr herabgesetzt. Ebenfalls wurde die Möglichkeit geschaffen, das Stammkapital von bestehenden GmbHs auf die EUR 10.000 herabsetzen zu lassen.

Nur wenige Monate (und eine Nationalratswahl) später lag ein Gesetzesentwurf vor, der – mehr oder weniger – den Urzustand wieder herstellen hätte sollen. Nach massiven Interventionen unterschiedlichster Interessensvertretungen konnte jedoch verhindert werden, dass die Novität „GmbH light“ wieder völlig abgeschafft wird. Der aktuelle Gesetzesentwurf (unter Berücksichtigung eines noch vorliegenden Abänderungsantrages) sieht nun folgende Änderungen vor:

Mit 1. März 2014 soll das Mindeststammkapital für GmbHs wieder auf den alten Betrag von EUR 35.000 erhöht werden. Bei Neugründungen soll es für die Anfangsphase von maximal 10 Jahren jedoch möglich sein, darauf eine Bareinlage von nur EUR 5.000 anstatt der sonst regelmäßigen EUR 17.500 zu leisten. Die Inanspruchnahme dieses Gründungsprivilegs muss im Firmenbuch vermerkt werden, ein Hinweis auf Geschäftsseiten, Websites etc. soll jedoch nicht notwendig werden

Für die ersten 5 Jahre ist eine reduzierte Mindestkörperschaftsteuer von jeweils EUR 125 pro Quartal vorgesehen, für die weiteren 5 Jahre soll die Mindestkörperschaftsteuer jeweils EUR 250 pro Quartal betragen. Gründungsprivilegierte GmbHs müssen nach spätestens 10 Jahren die gesetzlichen Mindesteinlagen in Höhe von EUR 17.500 erreicht haben. Eine Verpflichtung zur Bildung einer Gründungsrücklage soll jedoch nicht notwendig werden, vielmehr soll es der Verantwortung der Gesellschafter überlassen bleiben, wie sie die nach Auslauf der Gründungsprivilegierung zu leistenden weiteren Einzahlungen aufbringen.

Auch bereits bestehende GmbHs mit weniger als EUR 35.000 Stammkapital sollen weder eine Kapitalaufstockungsrücklage bilden noch einen Hinweis auf ihren Geschäftspapieren führen müssen.

Da bislang noch kein endgültiger Gesetzesbeschluss vorliegt, bleibt abzuwarten, welche der noch geplanten Änderungen berücksichtigt werden. Gerne halten wir Sie darüber auf dem Laufenden.

Autor:
Ing. Herbert Brunner M.A.
taxbert | Unternehmens- und Steuerberatung GmbH

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